Schwangerschaftsdiabetes


Lebensstiländerung reicht oft aus
Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes gehört zu den häufigsten Schwangerschaftskomplikationen. Etwa vier Prozent der werdenden Mütter sind deutschlandweit davon betroffen. Eine rechtzeitige Behandlung hilft, Komplikationen während der Schwangerschaft zu vermeiden.

Eine Schwangerschaft bringt nicht nur das Leben der Eltern, sondern aufgrund der hormonellen Änderungen auch den Stoffwechsel der werdenden Mutter durcheinander. Bei vier bis fünf von hundert Schwangeren, die bisher nicht an Diabetes mellitus erkrankt waren, steigen die Blutzuckerwerte nach der 20. Schwangerschaftswoche (SSW) an. Risikofaktoren für einen Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes, GDM) sind Fehlernährung, Übergewicht oder ein Diabetes Typ 2 in der Familie.

Schwangerschaftsdiabetes oft ohne Beschwerden

„GDM kann leicht übersehen werden, da er keine Beschwerden bereitet“, erklärt Dr. med. Helmut Kleinwechter, Diabetologe aus Kiel. Wird der Schwangerschaftsdiabetes nicht behandelt, führt er fünfmal häufiger zu Geburtsproblemen als bei nicht betroffenen Müttern. Frauen mit erhöhten Blutzuckerwerten sind überdies anfälliger für Infektionen, zum Beispiel für eine Blasenentzündung. Dadurch besteht ein erhöhtes Risiko für eine frühzeitige Wehentätigkeit oder eine Frühgeburt.

Geburtsgewicht der Säuglinge häufig 4.500 g

Auch bei den Kindern wirkt sich der Gestationsdiabetes auf die Gesundheit aus. Durch den erhöhten Blutzucker der Mütter wachsen die Ungeborenen viel zu schnell. „Die Babys haben dann häufig ein hohes Geburtsgewicht und kommen per Kaiserschnitt auf die Welt“, erklärt Dr. Kleinwechter. „Außerdem haben sie ein erhöhtes Risiko, als Erwachsene an Diabetes zu erkranken“.

Blutzuckersuchtest bringt Klarheit

Nach der Entbindung sinkt der Blutzuckerwert in den meisten Fällen wieder auf den Wert vor der Schwangerschaft. Jedoch besteht bei der Hälfte der Frauen mit Gestationsdiabetes ein erhöhtes Risiko, innerhalb von zehn Jahren nach der Geburt einen Diabetes Typ 2 zu entwickeln. „Umso wichtiger ist hier die Rolle der Früherkennung und Behandlung“, betont Kleinwechter. Jede Schwangere hat einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenlosen Blutzuckersuchtest, der zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird. Bei Schwangeren mit erhöhtem Risiko auf Diabetes kann er bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel erfolgen. Bei einem diagnostizierten Gestationsdiabetes reichen oft mehr Bewegung und die Umstellung auf eine vollwertige gesunde Ernährung aus, um den Blutzuckerspiegel auf einen normalen Wert zu senken.

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