Medikament verzögert Typ-1-Diabetes


Vor allem Kinder profitieren
Medikament verzögert Typ-1-Diabetes
mauritius images / Westend61 / Omnimedia

Ein Typ-1-Diabetes muss immer mit Insulin behandelt werden. Es sei denn, man erkennt ihn schon im Frühstadium: Dann kann man mit einem neuen Antikörper die Entwicklung der Erkrankung um etwa 2 Jahre aufhalten – und damit auch erst einmal das Insulinspritzen.

Autoimmunerkrankung im Kindesalter

Beim Diabetes mellitus unterscheidet man zwei Hauptformen: Der deutlich häufigere Typ-2-Diabetes beruht auf einer genetischen Veranlagung und Lebensstilfaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel und einer ungesunde Ernährung. Eine Folge davon ist, dass die Fettzellen das Insulin immer schlechter aufnehmen können. Bemerkbar macht sich der Typ-2-Diabetes meist im Alter zwischen 40 und 50 Jahren.

Der Typ-1-Diabetes ist dagegen eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die insulinbildenden Zellen zerstört. Er beginnt meist bei Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren. Im Krankheitsverlauf werden drei Stadien unterschieden. In Stadium 1 sind die ersten Autoantikörper nachweisbar, aber der Blutzuckerhaushalt ist noch ungestört. Im Stadium 2 sind die Blutzuckerwerte schon verändert, ohne dass sich Symptome zeigen. Im Stadium 3 kommen dann die typischen Beschwerden wie starker Durst, häufiges Wasserlassen und Gewichtverlust hinzu. Ab diesem Zeitpunkt muss die Patient*in Insulin spritzen.

Antikörper bindet an fehlgeleitete Zellen

Bisher war die Insulingabe die einzige Behandlungsmöglichkeit beim Typ-1-Diabetes. Jetzt gibt es das erste Medikament, dass schon in der Frühphase der Erkrankung eingreift und das Fortschreiten des Typ-1-Diabetes bremsen kann. Der Antikörper Teplizumab bindet an die Blutzellen, die fälschlicherweise die insulinproduzierenden Zellen angreifen. Dadurch werden die noch gesunden Betazellen geschützt und der Übergang von Stadium 2 in Stadium 3 verzögert.

Der Effekt kann sich sehen lassen. In der wichtigsten Studie zu Teplizumab erhielten 76 Patient*innen im Stadium 2 des Typ-1-Diabetes alle zwei Wochen intravenös entweder Teplizumab oder ein Scheinmedikament. Die Zeit, bis die Teilnehmer*innen ins Stadium 3 kamen, betrug unter dem Antikörper 50 Monate, unter dem Scheinmedikament nur 25 Monate. Im Durchschnitt wurde die Entwicklung zu einem manifesten Typ-1-Diabetes um etwa zwei Jahre hinausgeschoben.

Zwei Jahre ohne Insulinspritzen

Diese zwei Jahre bedeuten für die Betroffenen einen großen Vorteil an Lebensqualität, betonen die Forschenden. Dies ist vor allem für Kinder und Jugendliche wichtig, denn ihnen werden zwei weitere „normale“ Jahre ohne Insulintherapie ermöglicht.

Teplizumab wurde im Januar 2026 in der EU und damit auch in Deutschland zugelassen. Die Kostenübernahme muss noch geklärt werden. Wahrscheinlich ist, dass die Kassen zunächst nach Antrag und Prüfung im Einzelfall darüber entscheiden werden, ob sie die Therapiekosten übernehmen.

Quelle: ptaheute

News

Medikament verzögert Typ-1-Diabetes
Medikament verzögert Typ-1-Diabetes

Vor allem Kinder profitieren

Ein Typ-1-Diabetes muss immer mit Insulin behandelt werden. Es sei denn, man erkennt ihn schon im Frühstadium: Dann kann man mit einem neuen Antikörper die Entwicklung der Erkrankung um etwa 2 Jahre aufhalten – und damit auch erst einmal das Insulinspritzen.   mehr

Was kann der Reishi-Pilz?
Was kann der Reishi-Pilz?

Vom Baum in die Kapsel

Immer wieder geistern neue Ernährungstrends durch das Internet. Momentan ist der Reishi-Pilz in aller Munde. Als Pulver oder Extrakt soll er z. B. den Blutzucker bei Diabetes senken und Krebs bekämpfen. Stimmt das?   mehr

Stillen reduziert Blutkrebs-Risiko
Kind wird an der Mutterbrust gestillt.

Baby an die Brust!

Krebs ist bei Kindern zum Glück selten. Wenn sie aber daran erkranken, entwickeln sie häufig eine Leukämie. Diesem Blutkrebs kann offenbar mit Stillen vorgebeugt werden.   mehr

Was man zu B12-Mangel wissen sollte
Frau mit Konzentrationsproblemen hinter ihrem Computer. Dem kann auch ein Vitaminmangel zugrunde liegen.

Mehr als schlapp und müde

Ein Vitamin-B12-Mangel betrifft nur Menschen, die sich vegan ernähren? Und mit einem Präparat aus dem Supermarkt ist schnell wieder alles in Ordnung? Hier sind Fakten, die Schluss mit Mythen um den Vitamin B12-Mangel machen.   mehr

Sport gegen Depression?
Sport gegen Depression?

Bewegung scheint zu helfen

Viele kennen es aus dem Alltag: Nach dem Sport kommt man auf bessere Gedanken. Doch funktioniert das auch bei Depressionen?   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Heilpflanzen A-Z

Heilpflanzen

Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze oder Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

Mehr erfahren
Brunnen-Apotheke
Inhaberin Apothekerin Margarita Rauschenbach
Telefon 030/4 93 56 10
Fax 030/4 94 84 18
E-Mail brunnen-apo@web.de